Da Capo 2018

Wahrscheinlich stehen nicht viele Menschen sonntags freiwillig schon früh auf. So war dies wohl auch für uns das Unangenehmste während der ganzen Woche. Trotz der Müdigkeit, die allen am Anfang noch in den Knochen steckte, starteten wir also am 28. Januar um 8:15 Uhr in Staudernheim am Bahnhof, um uns von dort aus auf den Weg nach Cochem zu machen. Nachdem wir in Cochem angekommen waren und einen kurzen Fußmarsch überstanden hatten, kamen wir an der schönen Jugendherberge an, wo wir auf die Sängerinnen und Sänger der anderen Schulen warteten. Als diese ankamen, fielen sich einige gegenseitig in die Arme und es wurden direkt erste Bekanntschaften geschlossen.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen trennten sich Chor und Orchester und der Chor begann direkt mit den Proben, die abwechselnd von Herrn Franke oder von Urs Wörner, einem Musiklehrer aus Aachen, geleitet wurden. Es war aufregend, mit so vielen Menschen zu singen, aber auch hierbei lernte man sich schnell kennen. Anfangs war es etwas gewöhnungsbedürftig, klassische Musik und somit auch Lieder in lateinischer Sprache zu singen, aber nach den ersten Proben machte es sogar richtig Spaß, obwohl uns - und vor allem mich als „Neuling“ - die Lieder von verschiedensten Komponisten wie Joseph Haydn, Benjamin Britten, Ola Gjeilo oder Arvo Pärt durchaus vor Herausforderungen stellten.

Mindestens genauso schön wie die Proben waren aber auch die Abende, an denen wahnsinnig kreative Spiele gespielt wurden, sich zwanzig Menschen für eine lustige Vorstellungsrunde in ein Zimmer quetschten oder gemeinsam weitergesungen wurde. Hierbei muss der Kika-Tanzalarm wohl besonders betont werden, wobei es für Außenstehende wahrscheinlich nur schwer verständlich ist, warum etwa 80 Menschen zwischen fünfzehn und zwanzig Jahren abends nach mehreren Stunden Chorprobe gemeinsam zu einem Lied von Rolf Zuckowski singen und tanzen. Erklären lässt sich das eigentlich nur mit der Atmosphäre, die während der kompletten Woche vorherrschte. Es war eine freundliche, liebevolle, heitere, lustige, energiegeladene und einfach rundum angenehme Atmosphäre, die uns alle auch in den Pausen summend durch die Gänge der Jugendherberge pilgern ließ.

Nach mehreren Tagen voller Musik und schönen Abenden stand uns dann am Donnerstag auch schon das erste Konzert in der katholischen Kirche in Cochem bevor. Das Konzert, zu dem auch Frau Hofmann und Frau Lissmann angereist waren, machte uns allen viel Spaß, sodass wir uns gut gelaunt auf den Rückweg zur Jugendherberge begaben, wo das Abendessen für uns bereitstand.

Freitags machten wir uns auf den Weg nach Aachen, um dort am Abend unser finales Konzert aufzuführen. Leider war die Zeit nach dem Konzert sehr knapp, sodass wir uns schon vorher voneinander verabschieden mussten, was bei manchen nicht ganz ohne Tränen möglich war.

Das Konzert in Aachen war wunderschön, und ich denke, wir alle sind stolz, ein Teil eines so großartigen Projektes gewesen zu sein, so viel über sich und die Musik gelernt zu haben und sind dankbar, so viele liebenswerte, offene, lehrreiche und herzliche Menschen kennengelernt zu haben. Da uns der Abschied nicht gerade leichtfiel und wir sehr müde waren, ging es auf der Heimfahrt dann ausnahmsweise etwas ruhiger zu.

 

Oft liest man im Internet Sprüche wie: „Musik verbindet“ oder „Die Musik ist der Schlüssel zur Seele“, die sich auf den ersten Blick doch eher kitschig anhören. Während der ganzen Da-Capo Musikwoche gaben uns die Musik und die gemeinsame Arbeit jedoch die Möglichkeit, offen aufeinander zuzugehen, Menschen kennenzulernen, von Menschen zu lernen und Freundschaften zu schließen. So mag es also schwer zu verstehen sein, aber ich bin mir nach dieser schönen Zeit sicher, dass die meisten dieser Sprüche wahr sind!

Da Capo 2017

Am Sonntag, dem 05.02.2017, machten wir uns um 9.30 Uhr mit Herrn Franke auf den Weg nach Cochem an der Mosel zur „Da-Capo-Woche“. Hier proben Schülerinnen und Schüler aus allen Schulen der EKiR fünf Tage zusammen, um dem Publikum am Ende der Woche in (diesmal drei) Konzerten verschiedene Stücke der klassischen (Kirchen-)Musik präsentieren zu können.

Um 11 Uhr kamen wir in der Moseltal-Jugendherberge in Cochem an. Nach und nach trudelten weitere Jugendliche aus diversen anderen Schulen ein. Die Musikwoche begann offiziell mit dem gemeinsamen Mittagessen um 13 Uhr. Es fanden erste Gespräche statt und man begann schnell, neue Kontakte zu knüpfen. Nach dem Beziehen der Zimmer starteten wir um 15 Uhr mit der ersten Chorprobe unter der Leitung von Herrn Franke und Herrn Wörner aus Aachen. Wir beschäftigten uns mit Stücken, die unterschiedlicher gar nicht sein konnten und die unter dem Motto „Vom Aufgang der Sonne, bis zu ihrem Niedergang“ den Tageszeiten Morgen, Mittag und Abend zuzuordnen waren.

Nach einer dreistündigen Probe trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen. Die letzte Probe des Tages fand von 19 Uhr bis 20 Uhr statt. Danach stand Freizeit für uns auf dem Programm. Manche spielten Karten, andere unterhielten sich und oft sangen wir zusammen Lieder, wovon der „Kika-Tanzalarm“ mit Sicherheit das beliebteste unter Schülern und Lehrern war. Von Montag bis Donnerstag galt es, nach reichhaltigem Frühstück von 9 Uhr bis 12 Uhr zu proben. Nach dem Mittagessen gab es jeweils die Möglichkeit, bis zur nächsten Probe um 15 Uhr Cochem zu erkunden oder sich etwas auszuruhen. Am Mittwoch probten wir dann zum ersten Mal zusammen mit dem Orchester, denn am Donnerstagabend stand bereits das erste Konzert in der katholischen Kirche in Cochem an. Nach einem gelungenen ersten Konzert galt es, Koffer zu packen, denn am nächsten Tag hieß es schon früh: „Auf nach Herchen!“, wo wir in der Aula des Bodelschwingh-Gymnasiums unser zweites Konzert hatten. Danach ging es im Anschluss an ein Mittagessen in der dortigen Schulmensa weiter nach Bonn zu unserem dritten und letzten Auftritt. Bald schon hieß es, Abschied zu nehmen und Nummern auszutauschen, um weiterhin in Kontakt bleiben zu können. Nach einer wunderschönen Woche mit vielen netten Menschen und ebenso vielen neuen Eindrücken machten wir uns mit gemischten Gefühlen auf den Heimweg.

Eines steht jedenfalls fest: Wir werden diese Woche nie vergessen und noch oft gerne daran zurückdenken!

 

von Lorena Wolframm, MSS 12

 

Da Capo 2016