Bericht über die England-Fahrt 2018

Unsere Fahrt begann, wie jede andere Englandfahrt auch, an einem Sonntag um 23:45 Uhr am PSG. Sonst sollte unsere Reise allerdings nur kaum den bisherigen ähneln, was sich schon nach wenigen Stunden Fahrt zeigte.

Wir nutzten eine kurze Pause an einer belgischen Raststätte, um schnell auf die Toilette zu gehen und uns mit Süßigkeiten und Getränken für den Rest der Fahrt auszustatten. Zu diesem Zeitpunkt war uns allen noch nicht klar, dass wir an dieser Tankstelle, aufgrund eines technischen Defektes am Bus, sowohl den Sonnenaufgang miterleben als auch die Mittagsstunden verbringen würden. Als aber unser Busfahrer – der unter der Situation wohl noch mehr litt als wir – vor Verzweiflung um 6 Uhr bereits das dritte Päckchen Zigaretten des Tages anbrach, wussten wir, dass die Sache ernst war. Nach immerhin zehn Stunden an der Raststätte konnte die Fahrt weitergehen. Nachdem wir auf der Fähre mit einem Abendessen entschädigt worden waren, kamen wir etwa um halb elf in Hastings an, wo die meisten von uns direkt von Taxis oder ihren Gasteltern abgeholt wurden, um nach der 24 Stunden langen Fahrt in den Betten der Gastfamilie ein paar wohlverdiente Stunden Schlaf zu genießen.

Am nächsten Morgen starteten wir früh, um eine Klippenwanderung zu machen, auf die sich einige von uns sehr freuten. Als wir nach etwa zwei Stunden Fahrt aus dem Bus stiegen, gab es genau einen Spruch, der das Problem sehr passend beschrieb: „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts!“ Der englische Nebel sorgte für Absturzgefahr, sodass die Klippenwanderung aus Sicherheitsgründen nicht stattfand. So kehrten wir wieder um, um den Rest des Tages in Hastings zu verbringen.

Zurück in Hastings, wendete sich dann das Blatt. Dort wurden wir nämlich von strahlendem Sonnenschein empfangen und konnten nach einem kurzen Marsch durch die Stadt unsere Freizeit am Meer und in der Innenstadt genießen. Am Abend erwartete uns dann noch eine Tea Time, die uns auf etwas fragwürdige, aber durchaus interessante Art und Weise die Geschichte und den Ablauf solcher Zeremonien näher brachte. Wussten Sie zum Beispiel, dass es sehr zu empfehlen ist, seinen Tee gegen den Uhrzeigersinn zu rühren? – Wir auch nicht.

Mittwochs starteten wir noch früher in den Tag, um mehr Zeit an unserem Zielort, der Hauptstadt des Vereinigten Königreiches, zu haben. In London angekommen, besichtigten wir in Kleingruppen den Tower of London. Für die meisten von uns war die Besichtigung der Kronjuwelen, aber auch das Miterleben eines Wachwechsels vor dem Tower sehr beeindruckend. Bei einem anschließenden Lauf durch die Stadt ließen wir wohl kaum eine Sehenswürdigkeit in London unbesichtigt. Wir sahen den Palace of Westminster, Downing Street 10, den Buckingham Palace und nebenbei das London Eye. Bevor wir zurück nach Hastings fuhren, ließen wir den Abend, fasziniert von dem Trubel einer Großstadt, bei guter Straßenmusik am Piccadilly Circus ausklingen. Wir hatten das Glück, während der Rush Hour mit der U-Bahn zu fahren, und konnten London so nicht nur sehen, sondern auch fühlen, während wir die Fahrt zum Bus in vollen Zügen genossen.

Am Donnerstag standen gleich zwei Städte auf dem Programm. Vormittags besuchten wir Canterbury. Dort hätte es vermutlich noch mehr zu sehen gegeben, doch wir konzentrierten uns auf die Canterbury Cathedral, das wohl imposanteste Gebäude der Stadt. Das beeindruckende Gemäuer zeigt die Baukunst verschiedener Epochen, und die kunstvoll und bis ins kleinste Detail verzierten Fenster faszinierten sowohl uns als auch die anderen Besucher der Kathedrale, in der das Oberhaupt der anglikanischen Kirche seine Gottesdienste hält. Nach einer großzügigen Freizeit besuchten wir dann Rye, eine schöne, unter Denkmalschutz stehende Stadt, die von ihren altertümlichen Gebäuden und Straßen geprägt ist. So ging der vorletzte Tag unserer Fahrt zu Ende.

Der letzte Tag sollte dann wieder sehr früh beginnen, denn das Reiseziel hieß wieder: London. Nach einer ausgiebigen Freizeit in der Oxford Street konnten wir uns das Programm für den Rest des Tages selbst aussuchen. Zur Wahl standen das Science Museum, das British Museumnsowie die National Gallery. Das British Museum bot ein sehr vielseitiges Programm, wobei der Rosetta Stone, ein Stein, mit dessen Hilfe das Entziffern von Hieroglyphen erstmals möglich war, das Highlight der Ausstellung war. Auch dieser ereignisreiche Tag ging zu Ende. Wir waren alle froh, nach dem anstrengenden Programm der Woche die Zeit im Bus zum Schlafen nutzen zu können.

Wir hatten wohl nicht besonders viel Glück während der Fahrt und ziemlich sicher auch nicht das beste Wetter, das man sich hätte wünschen können, aber dennoch hat uns unsere Fahrt sehr viel Spaß gemacht. Obwohl uns der erste Tag leider eher die flämische als die englische Sprache näher gebracht hat, konnten wir in den restlichen Tagen der Fahrt noch viel sehen, erleben und auch lernen – und sei es nur das Einsteigen in einen Bus.

Deshalb wollen wir uns bei unseren Lehrern bedanken, die uns mit ihrer lockeren Art, der großzügigen Freizeitplanung, einem tollen Programm und ein bisschen Humor trotz aller Umstände diese schöne Fahrt ermöglicht haben!