Ausflug der Jgst. 12 am Tag der offenen Tür 2016

Den diesjährigen Tag der offenen Tür des Paul-Schneider-Gymnasiums nutzten wir, die Jahrgangsstufe 12, für eine Exkursion nach Mainz. Das Ziel bestand darin, etwas über die Geschichte und Entwicklung unserer Landeshauptstadt anhand von historischen Orten und Resten der Stadtbefestigungen zu erfahren. Begleitet wurde die Fahrt von den Erdkundelehrern Frau Henrich, Herr Ohliger und Herr Führer.

Um kurz vor acht Uhr ging es vom Staudernheimer Bahnhof aus los, und wir trafen nach circa einer Stunde Fahrt in Mainz am Hauptbahnhof ein. Um neun Uhr hatten wir einen Termin zur Führung durch einen Teil der Mainzer „Unterwelt“, dem Fort Joseph in der Nähe der Uniklinik.

Nach einem kurzen Fußmarsch gelangten wir dorthin und nach einer kurzen Präsentation über das gesamte unterirdische Gelände und den Festungsbau ging es auch schon los. Wir wurden zu drei gleichgroßen Gruppen aufgeteilt und sollten nacheinander jede der drei Etappen der Führung durchlaufen.

Die zwischen 1710 und 1730 erbauten Gänge, die wir besichtigten, waren Teil der kurfürstlichen Stadtbefestigungen zur Wahrung des städtischen Schutzes und des territorialen Interesses am Rhein. Das Fort Joseph war Teil eines von fünf Forts umfassenden Verteidigungsrings der Landeshauptstadt. Es bestand aus zwei spitz zulaufenden Gesteinsmauern. Die darunter gelegenen Gänge dienten zur Feindesabwehr vor Erreichen der Mauer; noch heute erkennt man Schießscharten und Pulverabzuglöcher. Die schmalen und engen Gänge dienten als Horchgänge, die zum Zwecke der Verteidigung auch mit Schwarzpulver bestückt in die Luft gesprengt werden konnten. Allerdings wurde die Stadt während der Belagerung durch die Franzosen 1792 kampflos übergeben. Aufgrund der panikartigen Flucht vor der französischen Revolutionsarmee gab es nämlich nicht ausreichend Soldaten, um die rießige Festung zu verteidigen.

In der Kriegszeit des 2. Weltkrieges wurden die über lange Zeit unbenutzten Gänge notdürftig zu Luftschutzräumen umfunktioniert und mit Toiletten und elektrischem Licht ausgestattet. Bei Eiseskälte mussten hier 5000-6000 Menschen gleichzeitig um ihr Leben bangen.

Heute dienen die zu 80 % erhaltenen Gänge als beliebtes Besichtigungsziel, vor allem für Geschichts- und Architekturinteressierte.

Nach zwei Stunden, etwa gegen 11 Uhr, war unsere Führung beendet und wir machten eine Mittagspause. Leider hatte es bereits während der ersten Besichtigung derart ein geregnet, dass wir zu der Übereinkunft kamen, die eigentlich für den Nachmittag angesetzten Stadtführungen durch Mainz mit den Themen „Stadtentwicklung“ beziehungsweise „Jüdisches Mainz“ abzusagen. So machte uns bedauerlicherweise das Wetter einen Strich durch die Rechnung und wir fuhren bereits gegen 13.00 Uhr zurück nach Staudernheim, wo die Exkursion dann ihr Ende fand. Dennoch ging ein lehrreicher Tag mit viel neuem Wissen über die Geschichte unserer Landeshauptstadt damit zu Ende.

Jonas Emrich