Eine Fahrt gegen das Vergessen - Studienfahrt nach Auschwitz

Unter dem Motto "Wir wollen nicht vergessen!" nahmen die Schülerinnen Sophie Bauhaus, Sophia Koch, Elena Krauth, Pauline Michel, Richelle Paulus und Alisha Stauch aus der Jahrgangsstufe 12 des Paul-Schneider-Gymnasiums in den Herbstferien letzten Jahres an einer Studienfahrt nach Auschwitz teil. Die Jugendlichen wurden bei mehreren Vortreffen auf diese Fahrt vorbereitet, die seit 10 Jahren von Diakon Andreas Duhrmann von der Evangelischen Kirchengemeinde Baumholder mit wechselnden Kooperationspartnern organisiert wird.

In einer Veranstaltung für die Klassenstufen zehn bis zwölf des Paul-Schneider-Gymnasiums berichteten die Schülerinnen in der Schulaula von ihrer Fahrt, ihren Eindrücken und Erlebnissen.

"Was hat der Nationalsozialismus von damals mit uns heute zu tun?" "Was ist passiert in Auschwitz?" "Was hat der Holocaust mit mir zu tun?" Das waren Fragen, auf die Antworten gesucht und gefunden werden sollten. Sich diesen Fragen zu stellen war nicht einfach, und deshalb wurde das Erlebte in einer jeden Abend stattfindenden Gesprächsrunde besprochen und aufgearbeitet.


Ursprünglich sollte auch der in Bad Kreuznach geborene Auschwitz-Überlebende, der 95jährige Heinz Hesdörffer, an der Veranstaltung teilnehmen. Er musste aber leider aus gesundheitlichen Gründen absagen. Stattdessen wurden Ausschnitte aus dem über ihn von der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis an Nahe und Glan gedrehten Film "Schritte ins Ungewisse" aus dem Jahr 2012 gezeigt und von Diakon Andreas Duhrmann erläutert.


Danach berichteten die Teilnehmerinnen zunächst vom Ablauf der Reise, deren Stationen Görlitz, Auschwitz, Krakau und Dresden waren, um anschließend mit einer Auswahl von Fotos die einzelnen Stationen genauer zu erläutern und ihre persönlichen Eindrücke wiederzugeben. Man merkte den Teilnehmerinnen an, dass auch fast ein halbes Jahr danach die Betroffenheit immer noch präsent ist, zu eindrücklich sind die Bilder und das bei den Führungen Gehörte.


Aber auch von empfundener Wut wurde berichtet, von Wut auf die gedankenlosen Touristen, die auch dort Fotos machten, wo es aus Respekt vor den Opfern verboten war oder die in die Wände von Baracken eingeritzte persönliche Andenken wie ihren Namen oder den ihres favorisierten Fußballvereins hinterließen.


Den Schülerinnen gelang eine authentische und eindrückliche Darstellung ihrer Erlebnisse und sie legten ihren Mitschülerinnen und Mitschülern die Teilnahme an einer solchen Fahrt nahe.


Richelle Paulus fasste ihre Eindrücke abschließend mit folgenden Worten zusammen: "Wir haben uns mit dieser Reise nicht nur der Vergangenheit in ihrer unendlichen Brutalität, sondern auch der Gegenwart, gestellt. Mit dem Wissen darüber, welches Grauen die Nationalsozialisten zu verantworten haben, geht auch die Pflicht einher, einer Wiederholung der Geschichte entgegen zu wirken und sich gegen das Vergessen einzusetzen."


Christine Keller