Windsurfing in den Niederlanden (Sport-Leistungskurs 12, Juni 2017)

Im Sport-LK der Jahrgangsstufe 12 steht jedes Jahr eine kursbezogene Fahrt mit sportlichem Hintergrund auf dem Programm. In diesem Jahr fuhren wir, fünf Jungs und drei Mädchen, zusammen mit unserer Kursleiterin Frau Sander und unter Begleitung von Herrn Wöllstein nach Biddinghuizen in Holland am Veluwemeer.

Unsere Fahrt begann am Sonntag, dem 19.06.17. Nach langer Zugfahrt (9:00- 18:00 Uhr) mit einigen ungeahnten Problemen beim Umsteigen holten uns Herr Wöllstein und Dominik (sein Neffe) in Harderweijk am Bahnhof ab und brachten uns ins Camp. Kurz darauf stellten sich auch schon die Campleiter Frank und Max vor, die uns die wichtigsten Regeln erklärten und das Camp zeigten. Da wir aufgrund der langen Fahrt alle sehr hungrig waren, aßen wir zusammen im kleinen Hafen-Imbiss am Camp und entspannten danach mit unseren Lehrern und den Surflehrern am Feuer.

Am folgenden Tag stand um 9 Uhr das Frühstück an, denn schon um 10 Uhr begann der Surfkurs mit Herrn Wöllstein, der fortan die ganze Woche liebevoll nur noch „Coach“ genannt wurde. Zuerst lernten wir den Umgang mit dem Material (Surfbrett und Rigg), unter anderem Auf- und Abbau. Das erste Kennenlernen des Brettes fand im Wasser in Form von kleinen Spielen und Wettkämpfen statt.

Nachdem wir uns am Mittag nochmal gemeinsam gestärkt hatten, ging es nach dem Essen sofort wieder hinaus aufs Wasser. Dort gelang es uns allen schnell, die ersten Meter mit Brett und Rigg zurückzulegen. Wir machten minütlich Fortschritte, sodass man schnell von „Surfen“ und nicht nur von „ins Wasser fallen“ reden konnte. Nach unserer Surfstunde bereiteten wir am Abend unser Abendessen im Küchenzelt zu und aßen gemeinsam, bevor wir den Abend am Feuer ausklingen ließen.

Der nächste Tag begann wie gewohnt um 9 Uhr mit dem Frühstück. Auch danach ging es bei über 30 Grad wieder direkt auf Wasser und Coach Wöllstein half uns dabei, die gestern von ihm gelernten Grundlagen zu verbessern. Hinzu kam an dem Tag die anfangs etwas schwierige Wende auf dem Surfbrett. Auf die morgendliche Lerneinheit folgte wie gewohnt das Mittagessen und im Anschluss die nächste Surfstunde. Der Tag wurde wie gehabt mit gemeinsamen Kochen und Lagerfeuer beendet.

Der Mittwoch startete wie gewohnt mit Frühstück und Surfen, vor allem Coach Wöllstein war sehr gut gelaunt, da wir alle große Fortschritte machten (z.B. das Fahren in einer Linie, welches einer Entenfamilie ähnelte). Gegen Mittag ging es für uns mit Fahrrädern, Inlinern oder mit dem Cityroller ins 8km weit entfernte Elburg. Dort aßen wir gemeinsam in einem kleinen Fischrestaurant am Hafen und machten anschließend einen kleinen Stadtrundgang mit individuell gestaltbarer Freizeit.

Nachdem wir alle auch den Rückweg heil überstanden haben, wurde das Abendessen angerichtet, und es folgte eine Theoriestunde vom Coach, welche uns auf die theoretische Prüfung vorbereiten sollte.

Doch zunächst begann der Donnerstag nach dem Frühstück mit unserer praktischen Prüfung. Diese bestand darin, eine nahegelegene Insel zu surfen, was aber für uns nach den überragenden Übungsstunden mit unserem Coach kein Problem darstellte. Jeder bestand die Prüfung ohne Probleme.

Am letzten Abend fand um 16:00  die theoretische Prüfung statt, welche wir alle, ohne in eine mündliche Nachprüfung zu müssen, bestanden. Jeder von uns erhielt also am Abend den Grundschein zum Windsurfen, was mit einer Zeremonie (der „Surf-Taufe“ – organisiert und durchgeführt von den Campleitern) gebührend gefeiert wurde.

Auch diesen letzten Abend ließen wir gemeinsam am Lagerfeuer ausklingen.

Neben dem Frühstück standen an unserem letzten Tag die Neopren-Abgabe, das Putzen der Holzhütten, das Aufräumen des Camps sowie das Packen der eigenen Taschen auf dem Plan. Gegen 13 Uhr machten wir uns auf den Heimweg.

Abschließend lässt sich zur Fahrt sagen: tolles Camp, super Wetter, klasse Stimmung in einer tollen Gruppe, wir sind viel gesurft und haben sehr viel gelernt.

 

Der LK Sport

Kursfahrt der Englisch-Leistungskurse nach Dublin

Dienstag, 25.April 2017:

Wir, die zwei Englisch-Leistungskurse unter der Leitung von Herrn Neußner und Herrn Stölzgen, machten uns am Dienstag, dem 25.4.2017 mit dem Ryanair Flugzeug von Frankfurt-Hahn aus auf den Weg nach Dublin. Nach einem  ca. 2 1/2-stündigen Flug erreichten wir die irische Hauptstadt.
Nach einer ausführlichen Einreisekontrolle nahmen wir den Stadtbus, der uns nach einer kurzen Stadtrundfahrt in der Nähe unseres Hostels absetzte. Das Generator Hostel, unfern der Innenstadt, war somit unser Domizil für die nächsten 4 Tage.
Auf eine kurze Zimmerbegutachtung folgte unser erstes Abendessen in Irland. Anschließend trafen wir uns in der Lobby des Hostels, um zu unserem ersten Anlaufsort, dem sehr belebten Viertel Temple Bar, aufzubrechen, wo wir das erste Referat hörten. Nach einem kurzen Rundgang durch Temple Bar, machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Hostel, wo einige von uns die Möglichkeit bekamen, ein typisch irisches Guinness zu probieren. Auch der Kontakt zu Einheimischen wurde durch tägliche öffentliche Abendveranstaltungen des Hostels begünstigt. Der erste Tag endete für uns alle mit der Nachtruhe um 23 Uhr.

 

Mittwoch, 26.April 2017:

Der erste volle Tag unserer Reise begann mit einem recht überschaubaren Frühstück um 8 Uhr.
Um 9 Uhr starteten wir unseren Fußmarsch in die Innenstadt, um verschiedene Sehenswürdigkeiten anzulaufen. Zunächst hörten wir von einigen Mitschülern ein Referat über Irish Literature in der Nähe des Hostels, bevor wir uns zum Dublins Writers Museum begaben, in dem viele Werke wichtiger irischer Schriftsteller ausgestellt waren. Mithilfe von Audio Guides erhielten wir zusätzliche Informationen zu jedem Schriftsteller.                                                    
Anschließend führten wir unseren Fußmarsch fort und gelangten vor das James Joyce Museum, wo wir ein Referat über diesen und seine Werke hörten.                                                  
Nach einer ganz individuellen Mittagspausen in Kleingruppen in der Innenstadt Dublins, unternahmen wir eine Tour durch Dublin zum Thema Easter Rising. Während dieser Tour informierte uns eine größere Gruppe über die wichtigsten Ereignisse während des Easter Rising.
Aufgrund des zunehmenden Regenschauers, begaben wir uns recht zügig zurück zu unserem Hostel, welches wir nach dem Abendessen gegen 19 Uhr wieder verließen. Das Wetter hatte sich verbessert und so waren wir alle voller Vorfreude auf den bevorstehende „Literary Pub Crawl“, der einzigen Möglichkeit, auch als Minderjähriger in ein Pub zu kommen.                                   
Das Ziel eines Pub Crawls war es, den Zuhörern anhand von Schauspiel und Gesang die Geschichte der Pubs und der ganzen Stadt näher zu bringen. Nach vielen verschiedenen Pubs und einer Menge neu gewonnener Eindrücke kehrten wir spät abends zurück in unser Hostel.

 

Donnerstag, 27.April 2017:

Der Donnerstag begann für uns früher, als die restlichen Tage, denn an diesem Tag stand ein Tagesausflug in die nordirische Hauptstadt Belfast an.                                             
Nach einer ca. 2 ½ stündigen Busfahrt und einem problemlosen Grenzübergang ohne jegliche Kontrollen, erreichten wir schließlich die City Hall der Stadt, wo wir sämtliche Referate zur Geschichte und zu politischen Organisationen von Belfast hörten. Aufgrund von starkem Regen entschieden wir uns dafür, die noch verbleibenden Referate auf den nächsten Tag zu verschieben und so wurden wir in eine einstündige Mittagspause entlassen, die viele jedoch nur dazu nutzten, ihr Geld in den bekannten Changing Rooms umzutauschen, da in Nordirland das britische Pfund offizielles Zahlungsmittel ist.                                                 
Nach einer Stunde trafen wir uns dann schließlich zu einer dreistündigen geführten Bustour durch die Stadt, während der wir an wichtigen Sehenswürdigkeiten anhielten. Dies waren unter anderem die Queens University of Belfast oder auch die Werft der bekannten Titanic, was für viele der Gruppe zu einem unvergesslichen Moment wurde. Auch konnten wir das Parlamentsgebäude von außen begutachten, was für normale Touristen nicht erlaubt gewesen wäre. 
Beeindruckend war auch die Besichtigung der „Peace Line“, die noch immer die Wohngebiete der Protestanten und der Katholiken trennt. Dieses Bauwerk ist auch heute noch ein Zeugnis  der „Troubles“, die mit Terror lange Zeit das Leben in Belfast prägten.                                    
Nach der Rückkehr von unserer Busrundfahrt hatten wir erneut zwei Stunden Zeit, um die Stadt mit dem nun umgetauschten Geld unsicher zu machen.                                                         
Um ca. 17 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück nach Dublin, wo bereits unser Abendessen auf uns wartete. Der Abend stand zur freien Verfügung.

 

Freitag, 28.April 2017:

Der eigentlich letzte Tag unserer Reise begann nach dem Frühstück mit einem Fußmarsch zum Trinity College, der Universität der Stadt. Dort nahmen wir an einer sehr interessanten Führung durch einen Studenten teil, der ebenfalls versuchte, uns diese Universität schmackhaft zu machen. Anschließend besuchten wir die große Bibliothek der Universität und die Ausstellung des berühmten Book of Kells.                                                                        
Die darauffolgende Freizeit nutzten viele, um sich für den Nachmittag zu stärken, aber auch, um noch fehlende Souvenirs zu besorgen.                                                     
Das Programm des Nachmittags bildete eine Überraschung unserer Lehrer und so machten wir uns auf zu einem langen Fußmarsch, dessen Ziel wir nicht kannten. Schließlich erreichten wir die sehr populäre Guinness Brauerei, in der wir die Ausstellung besuchten. Diese enthielt viele Fakten über die Herstellung des Bieres, aber auch einen sogenannten Tasting Room, in dem alle volljährigen einen Probierglas dieses Getränkes verkosten durften. Im 8. Stock der Ausstellung befand sich eine Panorama-Bar, in der jeder Volljährige sich ein kostenloses Guinnes bestellen konnte. Dies fand vor allem bei den Jungs großen Zuspruch.                                                  
Nach einer kurzen Pause bei einem schönen Ausblick über ganz Dublin kehrten wir schließlich in die Jugendherberge zurück, um uns nach dem Abendessen für das Abendprogramm herzurichten. Denn an diesem Abend stand mit dem Besuch eines typischen irischen Theaterstücks namens „The Chastitute“Kultur auf dem Programm. Dieses Theaterstück war sehr gut inszeniert, dennoch fiel es uns sehr schwer, einige Späße zu verstehen, da wir den Hintergrund der Geschichte nicht kannten. Dennoch verließen wir das Theater mit vielen neuen Eindrücken.                                
Im Hostel angekommen, hieß es: Koffer packen, denn am nächsten Tag stand unsere Rückkehr nach Deutschland an.

 

Samstag, 29.April 2017:

Der Samstag begann für uns um 7:30 Uhr mit einem schnellen Frühstück. Anschließend packten wir unsere letzten Sachen zusammen und machten uns um 8 Uhr auf den Weg zum Bus, der uns zurück zum Flughafen bringen sollte.                                                            
Dort angekommen hatten wir noch etwas Freizeit im Transit-Bereich. Einige besuchten dort das Einkaufszentrum „The Loop“, um sich Proviant für den um 11:25 Uhr angesetzten Flug zu besorgen.
Mit einer etwa 30-minütigen Verspätung startete unser Flugzeug Richtung Frankfurt-Hahn, wo wir um ca. 14:30 Uhr landete.

 

Alles in allem lässt sich sagen, dass wir auf dieser Fahrt viele neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln konnten, die wir bestimmt nicht mehr missen möchten.

 

Kursfahrt der Jgst. 12 nach Weimar (April 2017)

Tag I (Montag)

Anreise und Bezug der Zimmer

Montags morgens am 24.04.2017 um 6:45 Uhr trafen wir, der Geschichte Leistungskurs und ein Teil der Deutsch Leistungs- und Grundkurse, uns am Parkplatz des PSGs, um unsere ca. 400 km lange Reise nach Weimar anzutreten. Organisiert von unserem/r stets motivierten und begeisterungsfähigen Lehrer/in Frau Molz und Herr Fey fuhren wir mit 27 Schüler/innen pünktlich um 7:00 Uhr in Meisenheim los. Nach fünf- bis sechsstündiger Busfahrt, leider gespickt mit einigen Staus, erreichten wir unser Hostel gegen 15:00 Uhr. Nach Bezug unserer Zimmer stand schon der erste Programmpunkt unserer Fahrt an: ein Stadtrundgang unterstützt mit themenbezogenen Referaten zur deutschen Literatur.

Stadtrundgang und themenbezogene Referate

Ein zwanzigminütiger Fußweg trennte uns von unserem Hostel und der wunderschönen Innenstadt von Weimar. Aufgrund Herrn Feys leidenschaftlichem Hang zum Sport schafften wir unseren „Fußmarsch“ in nur 15 Minuten (inklusive einer Stärkung im Subway). Ampeln oder die Straßenverkehrsordnung waren dabei nur Hindernisse und wir flogen im wahrsten Sinne des Wortes in das Zentrum der Kulturstadt Weimar.

Strahlender Sonnenschein und tolles Wetter begleiteten unseren Weg und wir hörten von Marvin und Moritz einen informativen Vortrag über die Weimarer Klassik. So erfuhren wir, dass die Weimarer Klassik im 19. Jahrhundert die Zeit darstellte, in der das „Viergestirn“ Wieland, Goethe, Herder und Schiller in Weimar wirkten. Sie dauerte von 1786 (Goethes erste Italienreise) bis 1832 (Goethes Tod). Kennzeichen der Weimarer Klassik waren die Auseinandersetzung mit der Französischen Revolution, die Forderung nach Menschlichkeit und Toleranz ebenso wie die Ausbildung des Dramas.

Nach diesem Vortrag knüpften Frieda und Felix mit Wilhelm von Humboldts Bildungswesen an und zeigten uns die Grundlagen unseres heutigen Bildungssystems, die Humboldt in der Weimarer Klassik ausbildete. Dadurch manifestierte er die Forderung und den Anspruch auf Allgemeinbildung durch das erstarkende Bürgertum. Noch heutzutage bezeichnet der Begriff der zentralen Idee der Einheit und Forschung und Lehre an Universitäten und ihnen gleichgestellten Hochschulen. Durch diese zwei Referate hatten wir schon einen sehr guten Überblick über die Zeit und die Geschehnisse in Weimar in Bezug auf das Fach Deutsch. Im Schatten des deutschen Nationaltheaters von Weimar und gegenüber vom Bauhaus-Museum genossen wir ein leckeres Eis und führten unseren Stadtrundgang weiter.

Geführt von Marvin, der schon zweimal in Weimar war und sich dadurch bestens auskannte, marschierten wir zum Wohnhaus von Schiller, wo Jannis und Laurin uns über ihn informierten. Schiller, wie wir erfuhren, war ein Teil des „Viergestirns“ und gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker. Ab 1799 lebte und arbeitete Schiller in Weimar und vollendete einen Großteil seiner Werke. Dadurch entstand auch die enge Freundschaft zu Goethe.

Über eben jenen doch sehr bekannten Goethe wurden wir durch Isabelle und Luisa informiert. Goethe war wie Schiller einer der bedeutendsten Repräsentanten unserer deutschsprachigen Literatur und prägte die Zeit der Weimarer Klassik enorm. Sein Werk umfasst lyrische, dramatische, epische sowie kunst- und literaturtheoretische und naturwissenschaftliche Schriften. So zählen noch bis heute seine Gedichte, Dramen und Romane zu den Meisterwerken der Weltliteratur.

Nachdem wir die zwei bedeutendsten Dichter, Goethe und Schiller, vorgestellt bekommen hatten, zeigten uns Marielle und Jana die Freundschaft zwischen den beiden auf. Dafür wanderten wir in den Park an der Ilm, wo Clara und Selina mit ihrem Vortrag zur Lyrik Schillers den Abschluss bildeten.

Dadurch bekamen wir schon am ersten Tag unserer Kursfahrt sehenswerte und erstaunliche Informationen an verschiedenen kulturell wichtigen Orten in Weimar zu hören und zu sehen.

 

Theater im Gewölbekeller

Nachdem wir unseren Stadtrundgang und die ersten Erlebnisse in Weimar hinter uns hatten, stärkten wir uns mit dem Abendessen in unserem Hostel. Um 20:00 hieß es dann Treffpunkt in der Lobby, denn es stand der Besuch des Theaters im Gewölbekeller von Weimar an. Wie schon mittags liefen wir wieder gemeinsam mit Frau Molz und Herrn Fey in die Innenstadt von Weimar und wir merkten langsam, diese Woche würde eine sehr laufintensive Woche werden. Doch wir verzagten nicht, denn es war ja erst der erste Tag und wir würden bestimmt noch oft genug öffentliche Verkehrsmittel benutzen, da ja auch direkt vor unserem Hostel eine Bushaltestelle war... dachten wir. Am Theater angekommen, wurden die Karten ausgeteilt und um 21:00 Uhr ging die Vorstellung los. Thema dieser war: „Goethe und die Frauen“ und wir erfuhren vor allem im zweiten Teil der Vorstellung auf amüsante Art und Weise, dass Goethe es oftmals sehr ungezwungen mit den Frauen nahm. Nach ca. zwei Stunden war die Vorstellung beendet und die 50 Zuschauer, inklusive uns, wobei wir den Altersschnitt dort beträchtlich senkten, verließen den Gewölbekeller, der vor allem durch seine beeindruckende Akustik während des Theaterstückes überzeugte. Wir traten den Heimweg zu unserem Hostel an und damit war auch schon der erste sehr lange aber
auch sehr interessante Tag unsere Kursfahrt vorüber und wir fielen alle todmüde in unsere Betten.

 

Tag II (Dienstag)

Wanderung und Begehung des KZ- Buchenwaldes

Am zweiten Tag unserer Kursfahrt stand ein für uns alle schwieriger und teilweise auch bedrückender Programmpunkt mit der Besichtigung des Konzentrationslagers Buchenwald an. Nachdem wir um 8:00 Uhr gefrühstückt hatten und alle bereit waren, fuhren wir mit dem Bus zur Haltestelle des Obelisken, von wo wir dann den Fußweg zum KZ nahmen. Diese Wanderung führte uns jedoch nicht über normale Straßen und Wege, sondern über die ehemalige Bahntrasse, auf der die Eisenbahnwaggons gefüllt mit Häftlingen des Konzentrationslagers vor ca. 70 Jahren noch fuhren. Dadurch konnten wir schon einen Eindruck über das erahnen, was dort während der NS – Zeit passierte. Zusätzlich muss man wissen, dass diese Bahnstrecke, auf der wir dort wanderten, selbst von den Häftlingen in nur drei Monaten gebaut werden musste. Am Rande der Strecke sahen wir verschieden große Steine mit farbigen Namen für die Gefallenen auf der Strecke. Zu diesen sehr intensiven Eindrücken kam hinzu, dass es an diesem Tag bitterkalt, windig und sehr regnerisch war. Auf dem Weg bekamen wir von Schülern/innen des Geschichte Leistungskurses Informationen über das KZ und die Umstände der Zeit des Nationalsozialismus und der DDR näher gebracht. So informierte uns Nico über die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten zwischen 1941 bis 1945 und wir begriffen nur im Ansatz die Ausmaße der begangenen Menschheitsverbrechen zu dieser Zeit (5,6 bis 6,3 Millionen europäische Juden wurden ermordet). Laura hielt einen Vortrag über den Terror und die Überwachung des Nationalsozialismus‘.

Um 10:00 Uhr trafen wir dann bei strömendem Regen im Konzentrationslager ein. Leider waren während der Buchungen unserer Führungen mit anschließender Andacht einige Komplikationen aufgetreten, jedoch konnten wir nach kurzer Wartezeit das KZ mit Audioguides besichtigen. Von der riesigen Außenanlage ging es in das Krematorium und in die Verbrennungs- und Erschießungsanlage. Danach durften wir auch einen Blick in die Zelle von Paul Schneider werfen, der dort als Häftling während der NS – Zeit seinen Tod fand.

Wir besichtigten außerdem noch das Museum auf dem Gelände des KZ und fuhren dann zurück zu unserem Hostel.  Nachdem wir uns ein wenig aufgewärmt hatten, folgte der zweite Stadtrundgang in Weimars Innenstadt, unterstützt von Geschichtsreferaten. Lukas erzählte uns etwas über die DDR-Kultur am Beispiel Ernst Thälmanns und Ben informierte uns über die Theaterkultur im Nationalsozialismus und die damit verbundenen Zensuren hinsichtlich von Presse, aber bezüglich der Verbreitung von Propaganda. Philipp zeigte ein Portrait über Hermann Brill, einen deutschen Politiker der SPD und ein großer Widerstandskämpfer während der NS-Zeit.

 

Tag III (Mittwoch)

Goethe Nationalmuseum und sein Wohnhaus

Am Mittwochmorgen standen wir, wenn auch ein wenig müde, um 8:30 Uhr zum Frühstück am Buffet. Heute stand der Besuch von Goethes Wohnhaus und des Goethe Nationalmuseums auf dem Programm. So gingen wir um 9:00 Uhr an unserem Hostel los und kamen eine halbe Stunde später an Goethes Wohnhaus im Zentrum von Weimar an. Mit Audioguides erkundeten wir nun das original erhaltene Wohnhaus und konnten verschiedene Zimmer, wie das Schlafzimmer, das Arbeitszimmer oder die eigen angelegte Bibliothek von Goethe betrachten. Das Ausmaß des Hauses, das für heutige Verhältnisse noch als groß bezeichnet worden wäre, erstaunte uns alle und bei strahlendem Sonnenschein konnten wir auch den wunderschön angelegten Garten von Goethe besichtigen und dort flanieren.

Nach gut einer Stunde hatte jeder von uns das Haus einmal durchlaufen und es war gegen Mittag sodass wir eine einstündige Mittagspause machten, die wir zur freien Verfügung hatten. Nachdem sich jeder gestärkt hatte, bekamen wir eine Führung durch das Nationalmuseum, das Goethe gewidmet ist. Dort erfuhren wir die Entstehungsgeschichte seiner verschiedenen Werke wie z.B. Faust, konnten aber auch andere Gegenstände aus seinem Privatbesitz oder verschiedene Stationen seines Lebens betrachten. Außerdem war Goethe einer der letzten Universalgelehrten Europas, was bedeutete, dass er nicht nur in der Sprache, sondern auch in den Natur- oder Religionswissenschaften Meilensteine für die Nachwelt setzte.

Um ca. 14:00  Uhr machten wir noch einen Spaziergang durch den Park an der Ilm, wo uns Jonas noch einen verspäteten Vortrag über das Konzentrationslager Buchenwald als Speziallager während der sowjetischen Besatzung hielt. Den  Abschluss unserer Referate machten Marielle und Marvin, die uns über die Erinnerungskultur einerseits in der DDR und andererseits in der BRD informierten. Damit waren wir mit den Referaten fertig und jeder konnte noch die freie Zeit bis abends in Weimar nach freiem Belieben nutzen.

 

Besuch der Bowlingbahn und DFB- Pokalfinale

Am Abend stand ebenfalls wie am vorherigen Abend kein festes Programm auf dem durchstrukturierten Plan von Frau Molz und Herrn Fey, sodass wir die Gelegenheit nutzten und alle gemeinsam in eine Bowlingbahn gingen, um gleichzeitig auch das parallel laufende DFB-Pokalfinale zwischen Bayern und Dortmund zu schauen. Während eifrig die Kugeln von allen über die Bahn geworfen wurden und sogar ein paar Strikes dabei waren (selbstverständlich von Herrn Fey, dem selbsternannten „Bowling-Weltmeister“, der sich immer ausführlich vor jedem Wurf warmmachen und dehnen musste), wurde auch bibbernd das DFB-Pokalfinale geschaut. Das Spiel war beendet und wir gingen gemeinsam zu unserem Hostel und erwarteten mit Spannung den nächsten Tag, denn dort sollte viel Programm auf dem Plan stehen...

 

Tag IV (Donnerstag)

Fahrt nach Dessau und Besuch des Bauhaus-Museums

Uns erwartete an diesem Donnerstag ein langer und anstrengender Tag, denn es ging morgens um 9:00 Uhr mit dem Zug von Weimar ab nach Dessau und erst abends um 00:00 Uhr wieder heim. Wir fuhren ungefähr zwei Stunden mit dem Zug nach Dessau, wo wir um 11:00 Uhr das Bauhaus- Museum von Dessau besuchten. Das Bauhaus ist eine von Walter Gropius in Weimar gegründete Kunstschule. Es stellte damals etwas völlig Neues dar, denn es war eine Zusammenführung von Kunst und Handwerk. So stellt diese Künstlervereinigung und Stilrichtung bis heute die einflussreichste Bildungsstätte im Bereich der Architektur, der Kunst und des Designs im 20. Jahrhundert dar.

Aufgrund der Führung durch das Museum konnten wir den theoretischen Teil sehr gut mit visuellen und praktischen Eindrücken, wie beispielsweise das damalige Direktorenzimmer von Walter Gropius, verbinden. Außerdem sahen wir die Aula des Bauhauses, die noch heute von Studenten genutzt wird. Zur Mittagszeit durften wir sogar in der Kantine des Bauhauses essen und konnten danach die Meisterhäuser des Bauhauses besichtigen, die alle voll in diesem Kunststil gehalten waren.

 

Abfahrt nach Leipzig und Besuch des Varieté „Schwerelos“

Die Eindrücke des Bauhauses und den Zusammenschluss von Handwerk und Architektur noch im Hinterkopf ging es um 16:00 Uhr mit dem Zug weiter nach Leipzig. Als wir dort ankamen, hatten wir noch 2 Stunden zur freien Verfügung und konnten die Stadt erkunden. Um 19:30 gingen wir dann gemeinsam zum Varieté „Schwerelos“ und warteten gespannt auf die Aufführung, da keiner von uns bisher solch eine Show gesehen hatte. Und unsere Erwartungen wurden mehr als übertroffen. Die Aufführung war gespickt mit akrobatischen Flugeinlagen und tollen Witzen. Nach guten zwei Stunden war die Show beendet und die Künstler wurden mit tosendem Applaus von der Bühne geschickt. Wir fuhren gegen 22:00 Uhr mit unserem Bus wieder zurück nach Weimar und fielen nach diesem anstrengenden Tag todmüde ins Bett.

 

Tag V (Freitag)

Besuch der Anna-Amalia-Bibliothek und Heimfahrt

So brach auch schon der letzte Tag unserer Kursfahrt Freitagmorgens an. Um 8:30 Uhr standen alle mehr und weniger wach und ausgeschlafen mit bepackten Sachen in der Lobby. Nach Kontrollieren der Vollzähligkeit bepackten wir den Bus und traten unseren letzten Programmpunkt der Fahrt an. Wir liefen von unserem Hostel in die Stadt, um die berühmte Anna-Amalia-Bibliothek zu besuchen. Die Bibliothek ist berühmt für ihren ovalen und über drei Geschosse reichenden Rokokosaal. Sie ist eine Forschungsbibliothek für Literatur- und Kulturgeschichte mit besonderem Schwerpunkt auf der deutschen Literatur von der Aufklärung bis zur Spätromantik. Außerdem gehört sie seit 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Nachdem wir in zwei Gruppen aufgeteilt wurden, betraten wir die Bibliothek mit Audioguides. Wir konnten den Rokokosaal mit seiner vollen Pracht über drei Stockwerke betrachten und besichtigen. Die Atmosphäre, die dort herrschte, war atemberaubend und wir genossen die Zeit in der Bibliothek.

Um ca. 13:00 Uhr hatten beide Gruppen die Bibliothek besichtigt und traten den Heimweg mit unserem Bus um 14:00 Uhr an. Nach fünfstündiger Busfahrt hatten wir die Heimat um 20:00 Uhr wieder erreicht und konnten unsere Liebsten wieder in die Arme schließen.

Fazit

Die Kursfahrt nach Weimar war für uns alle ein tolles und interessantes Erlebnis, das wir noch lange in Erinnerung behalten werden. Die Gruppe war stets wissbegierig, lustig und für den einen oder anderen Scherz aufgelegt, was die Fahrt in enormem Maße bereicherte.

Ein großer Dank der Gruppe geht an unsere zwei Lehrer, Frau Molz und Herrn Fey, die mit ihrer tollen Organisation und ihrer charmanten Art die Fahrt unvergesslich gemacht haben!!!

 

Pascal Mohr & Felix Winneknecht