Lied für alle Helden des Alltags - Dank für Einsatz während des Lockdowns

von Michael Schmitz (Kommentare: 0)

"Wir machen unsere Arbeit sehr gern. Aber es tut auch gut, mal ein kleines Dankeschön zu hören." Mit diesen Worten dankte die ärztliche Direktorin des Gesundheitszentrums Glantal, Dr. Ulrike von der Osten-Sacken, einer Schüler*innen-Lehrer-Gruppe, die Mitarbeiter des Krankenhauses mit einem selbst verfassten Lied erfreute. "Jeder von euch ist ein Held – jeden Tag. Und viel zu selten wird euch mal Danke gesagt." So lautet eine Textzeile aus dem Lied, das in einer Koproduktion von Schüler*innen und Lehrer Julian Franke am Paul-Schneider-Gymnasium entstanden ist. Sieben Aktive des Schulchors und Franke zogen damit zu Meisenheimer Geschäften und Einrichtungen und sangen für Menschen, die während des Corona-Lockdown im Frühjahr die Daseinsvorsorge sicherten. Entstanden ist der Song, in dem es unter anderem heißt "Ein Virus geht um auf unserer Welt, das uns erinnert, was wirklich zählt", bereits zu Beginn des Lockdowns. Schülersprecher Florian Willrich und Angelina Fritz, beide Jahrgangsstufe 12 und engagierte Mitglieder des großen Schulchors, haben den Text verfasst, Lehrer Julian Franke schrieb die Melodie. "Seit es möglich ist, den Probenbetrieb in kleinen Gruppen aufzunehmen, ist das Lied fester Bestandteil unserer Minichorproben", informierte Franke. Steigende Infektionszahlen und eine drohende zweite Corona-Welle gaben der PSG-Gemeinschaftsaktion einen Aktualitätsschub, sodass die Schüler*innen und der Lehrer in den Herbstferien aktiv wurden. Erneut sind Einschränkungen zu erwarten, und der Einsatz systemrelevanter Berufsgruppen wird für die Gesellschaft noch wichtiger als zu regulären Zeiten ohne Corona. Das evangelische Altzentrum mit Haus am Bendstich und Dr.-Carl-Kircher-Haus, der Markt am Platz in der Untergasse mit Bäckerei Harth und Metzgerei Maino, der Edeka-Markt in der Raumbacher Straße und das Gesundheitszentrum Glantal auf dem Liebfrauenberg waren Ziele des Chors, der aus Isabell Reupke, Julia Gins, Melanie Bringezu, Johanna Welker, Rick Aulenbacher, Florian Willrich und Philipp Schlemmer bestand und von Julian Franke am Akkordeon begleitet wurde. "Es ist nicht selbstverständlich, dass wir eine solche Wertschätzung bekommen", freute sich Pflegedienstleiterin Angela Venter-Moog für alle Mitarbeiter des evangelischen Altenzentrums. Dort durften sich die Jugendlichen nach dem Singen im Regen im Café mit Heißgetränken aufwärmen. Hans-Georg Leppla, stellvertretender Pflegedienstleiter im Haus am Bendstich, hieß die Gruppe ebenfalls herzlich willkommen. Bewohner und Mitarbeiter klatschten Beifall. Als Zugabe stimmten die Sänger das Lied "You Raise Me Up" an. In der Altstadt blieben Passanten stehen, lauschten dem Gesang und spendeten Applaus für den Chor und die Mitarbeiter, von denen einige vor die Eingangstür gekommen waren. Da das Singen in geschlossenen Räumen nach wie vor problematisch ist, hatten die Schüler*innen und Franke unter der Markthalle Position bezogen. Ähnlich verhielt es sich beim Edeka-Markt, wo an einem Freitagvormittag alle Arbeitskräfte stark eingebunden waren und nur wenige kurz nach draußen kommen konnten, um das Lied zu hören, in dem auch Busfahrer, Müllwerker und Lehrer bedacht sind mit Worten wie: "Danke fürs Kämpfen und danke fürs Da-Sein, denn dank eurer Hilfe sind wir nicht allein."

Roswitha Kexel (Öffentlicher Anzeiger)

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