Schüler-Austausch mit der Institution St. Anne in Sablé-sur-Sarthe

Seit nunmehr über 30 Jahren findet - abgesehen von kurzen Unterbrechungen - jedes Jahr ein Schüler-Austausch mit der Institution St. Anne in Sablé-sur-Sarthe statt, einer Schule in katholischer Trägerschaft, die die Schulformen Collège und Lycée umfasst und hinsichtlich der Schüler-Zahlen vergleichbar mit dem PSG ist.

Von Beginn an war es neben dem Engagement unserer Französisch-Lehrkräfte nicht zuletzt der enorme Einsatz der einzigen dortigen Deutschlehrerin, Mme Yvette Coubard, der diese langjährige Partnerschaft überhaupt ermöglicht hat.

Momentan ist der Austausch folgendermaßen strukturiert:

Im Frühjahr fahren unsere Siebtklässler, die sich im zweiten Lernjahr befinden, für etwa eine Woche nach Sablé.
Im darauf folgenden Herbst findet dann der Gegenbesuch unserer französischen Freunde in Meisenheim statt.

Vom 21. bis 28. September 2017 werden wieder französische Schülerinnen und Schüler eine Woche in Meisenheim verbringen. Das Programm finden Sie hier!

Bericht zum Besuch der Franzosen in Meisenheim (Oktober 2014)

Vom 9. bis 16. Oktober 2014 waren 32 französische Austausch-Schüler sowie zwei bestreuende Lehrerinnen (Mme Coubard und Mme Lardeux) zu Gast am Paul-Schneider-Gymnasium. Es handelte sich dabei um den Gegenbesuch zu jenem Aufenthalt, den unsere Französisch-Schüler der damaligen 7. Klassen im Mai in Sablé verbringen konnten.

Wie schon der erste Teil, so verlief auch der Besuch der Franzosen am PSG für die allermeisten Schülerinnen und Schüler - und auch für die beteiligten Lehrkräfte - angenehm harmonisch und dürfte bei fast allen in sehr guter Erinnerung bleiben.

Zwar verlief bei der Ankunft unserer Gäste nicht alles wunschgemäß, weil diese bei Saarbrücken in einen längeren Stau geraten waren und erst mit gut einstündiger Verspätung (nach 11 Stunden Fahrzeit!) in Meisenheim eintrafen, doch der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch.

An drei Tagen wurde am PSG ein vielfältiges Programm angeboten, das u.a. aus einer Stadt-Rallye zur Erkundung Meisenheims und diversen Ateliers bestand, die sportlich, musikalisch und künstlerisch geprägt waren, bei gemeinsamen Gesellschaftsspielen konnten Franzosen wie Deutsche ihre "interkulturelle Kompetenz" schulen, und natürlich bekamen die Gastschüler auch einen Einblick in den Unterricht eines deutschen Gymnasiums.

Am vorletzten Tag stand die traditionelle "Rheinfahrt" auf dem Programm. Diesmal erhielten die insgesamt 72 Schülerinnen und Schüler sowie die begleitenden Lehrkräfte (Frau Lamek, Herr Paulus, Mme Coubard und Mme Lardeux) Gelegenheit, sich das neue, in seiner Art einzigartige Museum "Romanticum" (mitten in Koblenz gelegen) anzusehen und viel Interessantes über das weltberühmte Mittelrheintal zu erfahren. Anschließend konnten sich alle bei einem kleinen Stadtbummel die Koblenzer Fußgängerzone sowie das "Deutsche Eck" anschauen. Fortgesetzt wurde die Fahrt entlang des Rheins bis zum Schloss Rheinstein, wo eine Besichtigung anstand, die in Kleingruppen erfolgte. Dann ging es wieder nach Hause.

Der letzte Abend stand ganz im Zeichen eines Erfahrungsaustauschs zwischen Eltern, Schülern und Lehrern, der sehr lebendig gestaltet wurde und zeigte, dass die Schüler viele interessante Erfahrungen während dieser Woche sammeln konnten.

Wie üblich verzögerte sich am nächsten Morgen die Abreise unserer Gäste etwas, weil sich einige der Schüler nur unter Tränen von einander trennen konnten.

Dies zeigt, dass der Austausch eine äußerst lohnende, sinnvolle Einrichtung an unserer Schule ist, die unbedingt weiterhin jährlich stattfinden sollte. Nur so ist das lebendige, effektive Erlernen der französischen Sprache (und Kultur!) möglich.

Wir bedanken uns bei allen beteiligten Lehrkräften auch anderer Fachbereiche, ohne deren Hilfe der Austausch in dieser Form nicht stattfinden könnte. Ganz besonders möchten wir uns auch bei den Eltern bedanken, die mit Engagement, Geduld und Offenheit das Unternehmen "Schüleraustausch" entscheidend unterstützt haben.   

Bericht zur Fahrt nach Sablé-sur-Sarthe im Mai 2014

Eine Reise nach Sablé sur Sarthe

Für manche von uns war es das erste Mal: Eine Reise ins Ausland, ohne die Eltern. Aufgeregt und neugierig waren wir aber wohl alle. Wie würden wir in Frankreich zurechtkommen? Wie würde es wohl mit unserer Gastfamilie klappen? Würden wir uns mit unseren Austauschpartnern verstehen? Und das im wahrsten Sinne des Wortes, oder: Wie heißt das doch gleich nochmal auf Französisch?

Am Montag, dem 12. Mai, begann um kurz nach 8 Uhr das Abenteuer. Nach etwa zehn Stunden Fahrt im Reisebus kamen wir in Sablé an und wurden auf unsere Gastfamilien aufgeteilt. Dann ging es nach Hause zu unseren Familien auf Zeit und wir durften dort die exzellente französische Küche kennen lernen. Der Dienstag begann im Collège Saint Anne mit einer Begrüßungsrede von Pascal Guesdon, dem dortigen Schulleiter. Danach machten wir uns ohne unsere Austauschpartner auf zu einer Stadtrallye durch Sablé. Den Nachmittag und Abend verbrachten wir jeweils mit unseren Gastfamilien.

Mittwochs stand ein Ausflug zur Benediktinerabtei Saint-Pierre de Solesmes in der Nähe von Sablé auf dem Programm. Etwa 60 Benediktinermönche leben und arbeiten noch heute in dem gewaltigen Bauwerk an der Sarthe. Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung mit unseren Austauschpartnern. Viele lockte das schöne Wetter ins Schwimmbad. Am Folgetag fuhren wir zum Renaissance-Wasserschloss Azay-le-Rideau in der Nähe der Stadt Tours. Nach der Besichtigung genossen wir ein herrliches Picknick im englischen Schlosspark und besichtigten schließlich das Village Troglodytique Rochemenier in Anjou im Tal der Loire. Es war interessant, die beiden Bauernhöfe anzuschauen, die komplett unterirdisch liegen, also von den Erbauern mühevoll in die Felsen geschlagen wurden. Eine Sammlung von Möbeln und Objekten zeigt, wie das Leben dieser Höhlenbewohner damals gewesen sein muss. Sogar eine unterirdische Kapelle gab es.

Am Freitag durften wir für drei Stunden am Unterricht im Collège Sainte Anne teilnehmen, schließlich wurden noch drei Workshops angeboten. Anschließend erkundeten wir noch ein wenig Sablé, um uns schließlich abends zur Abschiedsfeier in der Schule wieder zu treffen. Das folgende Wochenende verbrachte jeder mit seiner Gastfamilie, teilweise mit Ausflügen an den Atlantik zum Baden im Meer oder auch zur Besichtigung des legendären Mont-Saint-Michel.

Als am Montag der Bus in Sablé unwiderruflich zur Rückfahrt mahnte, flossen so manche Tränen, denn viele von uns haben in Frankreich neue Freunde gefunden. Wir freuen uns nun schon alle auf den Gegenbesuch unserer Austauschpartner im Oktober. Herzlichen Dank an unsere LehrerInnen Frau Buhrke, Frau Hügle und Herrn Paulus, die uns begleitet haben, und vor allem unseren Gastfamilien in Frankreich, die uns einen unvergesslich schönen Aufenthalt ermöglicht haben. Für viele von uns wird das nicht die letzte Reise nach Frankreich gewesen sein.

A bientôt en France !

Julia Binder, 7c