Solistenvorspiel 2019

Ein besonderes Geburtstagsfest mit musikalischen Leckerbissen

 „Klein, aber fein!“ So leitete Schulleiterin Karin Hofmann ihre Dankesworte zu einem gelungenen musikalischen Abend ein. Und in der Tat bringt es dieses Motto sehr gut auf den Punkt, denn es gab erlesene Musik für ein erlesenes Publikum. Anlass des diesjährigen Solistenvorspiels am Paul-Schneider-Gymnasium in Meisenheim war ein besonderes Jubiläum: Der fünfzigste Geburtstag der schuleigenen Orgel! Es handelt sich bei diesem Instrument insofern um eine echte Rarität, weil es sicherlich nur wenige Schulen gibt, die eine richtige und noch dazu relativ großdimensionierte Pfeifenorgel ihr Eigen nennen dürfen. Deshalb gab es schon zur Einweihung einen würdigen Festakt, aus dessen Programmheft Christine Keller, Musiklehrerin am Paul-Schneider-Gymnasium, in ihrer Begrüßung einige Textpassagen zum Besten gab.

Den musikalischen Reigen eröffnete Lilith Pauly aus der Jahrgangstufe 11 sehr souverän an der Orgel mit dem Sonnenhymnus von Max Drischner, einer Passacaglia, die das Instrument bereits in größerer Klangvielfalt vorstellte und auch spieltechnisch einiges abverlangte. Julian Franke, Musiklehrer am Paul-Schneider-Gymnasium, schlug nach eher barockinspirierten Tönen mit dem Stück Still Dancing erstmals den Bogen zur leichteren Muse und ließ mit dem Adagio für Glasharmonika von Wolfgang Amadeus Mozart schließlich noch zarte Klangfarben ertönen. Virtuos ging es mit der Toccata in C-Dur von Johann Sebastian Bach weiter, die Finn Rickenbach aus der Jahrgangstufe 12 bravourös und stilsicher interpretierte. Mit diesem Stück demonstrierte er dem Publikum außerdem sehr anschaulich und überzeugend sein hervorragendes Pedalspiel. Das sich anschließende Adagio führte dann wieder etwas in ruhigere Gefilde zurück und leitete perfekt in das ruhig beginnende Nocturne aus der Feder von Jakob Suermann aus der Jahrgangsstufe 12, der sein Stück auch noch selbst am Flügel zu Gehör brachte, über. Mit Präludium und Fuge in e-Moll war nun wiederum Finn Rickenbach an der Orgel zu hören, bevor er die Orgelbank gegen den Klavierschemel tauschte und Hadassa Okaibe aus der Jahrgangsstufe 12 mit ihrem atemberaubenden Gesang, begleitete. Hadassa zeigte wieder einmal, welch große Ausdruckskraft in ihrer Stimme steckt und fesselte mit dem Stück  Blue der Gruppe Eiffel 65 die Zuhörer. Den Abschluss gestaltete nun Christine Keller an der Orgel mit fünf sehr kurzweiligen Stücken, überwiegend zeitgenössischer Art, aber auch aus Romantik und Barock stammend. Sie nutzte diese ganz unterschiedlichen Stücke, um dem Publikum zum Ende des Geburtstagskonzertes die Jubilarin nochmals überzeugend in vielen Facetten vorzustellen.

Fazit: Ein abwechslungsreicher musikalischer Abend, der noch einige Zuhörer mehr verdient gehabt hätte.

Julian Franke