Fahrtbericht des Schülers Marvin Gauch

Mehr oder weniger pünktlich machte sich die Jahrgangsstufe 13 bzw. machten sich die, die nicht kurzfristig krank geworden waren, am kalten 21. Februar dieses Jahres um 8 Uhr in der Früh auf die 3 1/2stündige Fahrt nach Verdun, Frankreich. Bei einer geplanten Rückkehr um 8 Uhr am Abend, war von Anfang an abzusehen, dass wir den Großteil des Tages nicht in Verdun selbst, sondern im Bus verbringen würden. Trotzdem war die Stimmung im Bus gut und ausgelassen, unter anderem deshalb, weil wir unterwegs dem Wissen der Geschichtskoryphäe  Günther Borlinghaus lauschen durften.

Erstes Ziel der Fahrt war das Memorial de Verdun, ein Museum, welches mit vielen Quellen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges und speziell der Schlacht um Verdun aufwarten konnte. Schon dort konnten wir uns einen Eindruck machen, unter welch großem Elend sich das Leben und Sterben in der „Hölle von Verdun“ abspielte. Verstärkt wurde dieser Eindruck durch den anschließenden Besuch des Forts Vaux, eines von ehemals 28 Festungswerken um Verdun. Die starken Zerstörungen am Fort zeugen noch heute von den erbitterten Gefechten, die sich die deutschen und französischen Soldaten um diese Stätte lieferten. Viel Wissenswertes wurde uns in einer anschließenden Führung, glücklicherweise auf Deutsch, von einem ortskundigen französischen Führer vermittelt. Als letzter Punkt stand nun eine Wanderung mit folgender Besichtigung des bekannten Beinhauses und der umliegenden Gräberfelder an. Auf der etwa einstündigen Wanderung marschierten wir durch die noch heute von Kratern geprägte Landschaft, deren Boden von Millionen Granaten und Geschossen zerfetzt wurde. Bei Ankunft am Beinhaus bot sich uns ein wahrhaft beeindruckender wie auch trauriger Anblick. Unzählige Kreuze markieren über 15.000 Gräber der Gefallenen und zeugen damit noch heute von des Menschen unvorstellbarer Fähigkeit zur Gewalt. Im dahinter befindlichen Beinhaus sind die Überreste von über 130.000 unidentifizierten Soldaten beider Kriegsparteien bestattet. Auch sie sind verstummte, aber doch mahnende Zeugen, die uns auf ewig daran erinnern sollen, dass so etwas nie wieder passieren darf. In den heutigen Zeiten, in denen viele Politiker aus aller Welt Hass und Angst schüren, eine umso wichtigere Botschaft.

Mit vielen wichtigen Eindrücken traten wir nun gegen 15.30 Uhr die Heimreise an, die planmäßig verlief.

Insgesamt war es eine, wie wir finden, sehr interessante und auch wichtige Fahrt, die von den Herren Fey und Emrich bestens geplant und organisiert wurde. Was von allen, auch von den Lehrern, negativ angemerkt wurde, war der enge Zeitplan, der durch die Bedingungen des gemieteten Busses leider unumgänglich war. Vielleicht lässt sich dies in Zukunft doch etwas anders handhaben. Dennoch werden die Eindrücke und Informationen bei allen Mitfahrern nachhaltig im Gedächtnis bleiben.